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08.11.2019

Vom Umgang mit dem Tod der Nächsten

Elfriede Klauer/pfarrbriefservice.de

Wie soll ich mit dem Tod der Anderen, mit dem Tod meiner Mutter, meines Vaters, meines Ehepartners, meines Kindes, meines Freundes weiter leben?

  1. Zunächst muss ich fest daran glauben, dass meine Verstorbenen weiterleben. Der Tod ist kein Fallen in ein Nichts, sondern der Übergang zu einem neuen besseren Leben bei Gott. Diese Zusage hat Jesus Christus gemacht und mit seiner Auferstehung bestätigt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 11, 25).
  2. Sehr wichtig ist es dankbar zu sein, dass wir mit ihnen leben durften. Dankbar sein für viele schöne Stunden, Tage und Jahre, die wir mit ihnen erleben durften. Die Dankbarkeit hilft uns die Trauer in inneren Frieden, sogar in innere Freude zu verwandeln.
  3. Meiner Trauer muss ich eine Stimme geben.
    Die Menschen die uns geprägt haben lassen sich nicht aus unserem Gedächtnis ausradieren oder verdrängen…
    Die Trauer muss ich in mein Leben integrieren, so wie ein schlechtes Wetter. Der Trauer soll ich eine Stimme geben, d.h. mit meinen Verstorbenen einfach reden. Meine Verstorbenen sollen meine inneren Begleiter sein. Wir leben weiter in einer wohltuenden Beziehung. Sie sind jetzt meine Fürsprecher bei Gott.
  4. Zur Liebes- und Freundschaftsbeziehung gehört Vertrauen und Freiheit. Darum darf ich mich an die Verstorbenen innerlich nicht klammern.
    Erst wenn ich den Verstorbenen innerlich losgelassen habe, entsteht mit ihm eine ganz andere Beziehung.
  5. Andersmal kann die innere Beziehung mit dem Verstorbenen durch die Verletzungen, durch Schuld und Unterdrückung schwer belastet sein. Von Hass und schlechten Gefühlen kann ich mich durch eine ehrliche Verzeihung befreien. Ich muss vergeben und auch meine Verstorbenen um Vergebung bitten können.

Msgr. Dr. Josef Hernoga, Schwabach, 8.11.19

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