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01.03.2021

Gedenkgottesdienst mit Bischof Hanke für Corona-Verstorbene

pde-Foto: Andrea Schödl/Caritas

Eichstätt/Berching. (pde) – Einen Gedenkgottesdienst für die Verstorbenen der Corona-Pandemie hat Bischof Gregor Maria Hanke am Samstag, 27. Februar, in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Berching zelebriert. Daran nahmen rund 30 Verantwortliche und Mitarbeitende des Diözesan-Caritasverbandes teil. Gedacht wurde vor allem der Bewohnerinnen und Bewohner in Caritas-Seniorenheimen des Bistums, die zuletzt in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben waren.

Bischof Hanke dankte den Pflegerinnen und Pflegern für ihren außerordentlichen Einsatz in dieser Krisenzeit. In seiner Predigt sagte der Bischof: „Die Corona-Pandemie konfrontiert uns mit der Endlichkeit des Lebens. Wir haben eben nicht alles im Griff.“ Die Einsicht in die eigenen Grenzen brauche Mut und verlange eine Haltung der Demut. Hanke zelebrierte den Gottesdienst gemeinsam mit Caritaspräses Dompropst Alfred Rottler und dem Hausgeistlichen des Caritas-Seniorenheimes Berching, Pius Schmidt. Die drei Leitungspersonen der von Corona-Ausbrüchen am stärksten betroffenen Seniorenheime in Schwabach, Berching und Greding schilderten in kurzen Beiträgen ihre besonderen Erfahrungen. In allen drei Einrichtungen hatten sich zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende infiziert und waren jeweils rund 20 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Aus ihren Berichten sprachen ebenso Verzweiflung und Angst wie Hoffnung und Dankbarkeit.

Als Beispiel für Verzweiflung beschrieb die Leiterin des Caritas-Seniorenheimes Schwabach, Ursula Markus, die Reaktion einer Mitarbeiterin, die aus der Quarantäne zurück in die Einrichtung kam: „Sie brach in Tränen aus, als sie die leeren Gemeinschaftsräume sah und somit erst richtig realisierte, was für furchtbare Auswirkungen das Virus in unserem Haus hinterlassen hat.“ Ursula Markus zeigte sich überzeugt davon, „unser Möglichstes getan“ zu haben. Doch das Virus sei unkalkulierbar: „Bei einer Bewohnerin habe ich mit dem Sohn telefoniert, er solle sich keine Sorgen machen. Die Mutter habe keinerlei Symptome und ihr gehe es im Moment gut. Am nächsten Tag musste ich ihn anrufen und mitteilen, dass die Mutter soeben verstorben war.“ Dies werde sie nie vergessen, so Markus. Doch sie habe auch positive Erfahrungen gemacht und Dankbarkeit erfahren: etwa von der Tochter einer verstorbenen Bewohnerin dafür, „dass wir ihr die Möglichkeit gaben, sich von der sterbenden Mutter so gut verabschieden zu können. Sie hätte es sonst nicht so gut verarbeiten können.“

Der Leiter des Seniorenheimes Berching, Gerhard Binder, bedauerte hingegen für die Zeit des Corona-Ausbruchs in seinem Haus: „Sterbebegleitungen waren oft nicht mehr möglich.“ Als besonders schmerzlich erfuhr er es, dass seine Einrichtung teilweise komplett geschlossen werden musste. Denn „wir sind bekannt dafür, ein offenes Haus für jedermann zu sein.“ In der Ausbruchszeit seien alle in der Einrichtung an ihre physischen und psychischen Belastungsgrenzen gekommen. Und besonders bitter sei gewesen, dass die Mitarbeitenden sich wochenlang „bis in ihr privates Familienleben hinein leider Vorwürfe und Anfeindungen gefallen lassen“ mussten. Andererseits habe er auch viel Unterstützung von einzelnen Gruppen und Personen aus der Bevölkerung erhalten: „Ich bekam viele wohlwollende E-Mails von Personen aus dem ganzen Landkreis, und gerade in der Vorweihnachtszeit wurden wir mit Präsenten sehr reich bedacht.“

Andrea Steinhilber, Leiterin des Caritas-Seniorenheimes Greding, schilderte zu Beginn ihres Beitrages eine schier aussichtlose Situation: „Am 6. Januar um 13 Uhr standen meine Pflegedienstleiterin und ich in der Pforte und wir wussten nicht mehr, wie es weitergehen soll. Alle Mitarbeitenden, die zum Dienst kommen sollten, wurden positiv getestet.“ In dieser Lage habe sich die Caritas-Familie bewährt: „Schnell und unproblematisch wurde uns von anderen Einrichtungen geholfen.“ Und es habe sich auch bewährt, dass Seelsorge zur Caritas gehört: „Alle Bewohnerinnen und Bewohner hatten im Laufe des Winters die Krankensalbung erhalten, und alle, die wollten, konnten mehrfach an der Krankenkommunion teilnehmen.“ Auf der anderen Seite konnten auch in Greding nicht bei allen die letzten Stunden begleitet werden: „Der Tod kam gnadenlos von einer Minute zur anderen“, erzählte Andrea Steinhilber.

Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie und die Mitarbeitenden in der Zeit des Corona-Ausbruchs auch mit Gott gehadert und ganz besondere Ängste ausgestanden hätten: „Jedes Öffnen einer Bewohnertür – war der Tod wieder da? Jeder Anruf vom Krankenhaus? Jedes Telefonat mit den Angehörigen – sagen wir das Richtige?“ Manche hätten am Ende ihres Dienstes erzählt, sie hätten sich von Bewohnern verabschiedet und eine gute Reise zu Jesus gewünscht … Wir haben noch gemeinsam gebetet.“ Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten in dieser Zeit Unglaubliches geleistet. „Ich denke, dies konnten sie leisten, da sie vom Geist der Caritas beseelt sind“, sagte Steinhilber.

Nach den Vorträgen brachten Leiterinnen und Leiter von zehn Caritas-Seniorenheimen, die Corona-Ausbrüche erlebt hatten, jeweils nacheinander Kerzen an den Altar und stellten sie in eine Schale. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Regionalkantor Peter Hummel und seiner Gattin gestaltet. Er wurde über den katholischen Fernsehsender EWTN übertagen. Außerdem erfolgte die Ausstrahlung über den Internetauftritt des Bistums Eichstätt sowie über die Kanäle des Bistums Eichstätt bei Facebook und YouTube. In allen 20 Caritas-Seniorenheimen des Bistums Eichstätt nahmen auf diese Weise Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende an der Gottesdienstfeier teil. Der Gottesdienst ist nachzusehen unter: www.bistum-eichstaett.de/video.

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Freitag, 21. Mai
Pfingsten 21 - das (nicht nur) online-Festival
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